Ringvorlesung 30 Jahre Kulturwirtschaft – Prof. Dr. Bernhard Stahl

“Der Brexit und die Konfliktlinie nationaler Identitäten”.

Bereits der zweimal verschobene Beitritt des Vereinigten Königreichs sollte sich als schlechtes Omen für die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union erweisen. Das Land machte sich einen Namen als “awkward partner”, indem es stets als Bremser einer Vertiefung der Integration auftrat. Mit Hilfe der diskursgebundenen Identitätstheorie können die gesellschaftlichen Konfliktlinien hin zum Brexit nachgezeichnet werden. Ihre Radikalisierung wird durch Boris Johnsons aktuelle Politik personifiziert, der mit einer politischen Brachialkur das britische Parteiensystem an die neuen Konfliktlinien anpasst. Die Ironie der Geschichte: Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs wird die Europafrage das Parteiensystem strukturieren und auf Dauer prägen.

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